Maria Gerbaulet

Maria Gerbaulet interessiert es, die Beständigkeit und Stabilität unserer Umgebung und von uns selbst zu hinterfragen und Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit als mächtige Strukturen aufzuzeigen. Dazu verwandelt sie architektonische und körperliche Strukturen, die als feste und dauerhafte Bestandteile wahrgenommen werden, in isolierte Fragmente. In ihren Arbeiten wird das Material in flüchtigen, fragilen Momenten festgehalten und Spuren seiner Behandlung wie Verformung, Stauchung oder Druck an der Oberfläche gezeigt. Dabei geht es um den Versuch, einen körperlichen, aber auch einen räumlich vergänglichen Zustand zu (er-)halten, fast schon fixieren zu wollen. So wird Flugasche in einer Aufwärtsbewegung festgehalten, Schaumstoff in seiner Flexibilität verfestigt oder in der Arbeit Tiefstart die Verbindung von körperlicher Anspannung und Disziplinierung auf die plastische Masse des feuchten Tons übertragen. Dem Körper als System von Disziplinierung, Optimierung und Objektifizierung wird der Körper als vermeintlich natürliches Wesen (Verletzlichkeit, Vergänglichkeit, Deformation des Materials) gegenübergestellt. Einen zentralen Bestandteil ihrer Arbeiten stellen Readymades dar, die bewusst so räumlich eingesetzt werden, dass die Manipulation ihrer Funktion Irritationen innerhalb der Skulptur schafft. So ist das Drainagerohr, das zur Ableitung von Flüssigkeiten und dem Schutz von Gebäuden dient, in der Arbeit Drain selbst vollständig umgeben von einer Flüssigkeit, die zwischen Konservierungs- und Heilungssubstanz schwankt. Sowohl im räumlichen als auch im Kontext von körperlichen Zuständen interessiert sie der Moment zwischen Stabilität und Instabilität und zwischen Fixierung und Bewegung.

1994 geboren in Sassenberg, lebt und arbeitet in Kiel

2021 – 2024 Studium der Freien Kunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Prof.in Elisabeth Wagner und FORT (Prof.in Alberta Niemann und Prof.in Jenny Kropp), Abschluss Master 

2023 – 2024 Auslandssemester bei Prof.in Nora Schultz an der Akademie der Bildenden Künste Wien 

2020 – 2022 Studium Spatial Strategies an der Muthesius Kunsthochschule Kiel, Abschluss Master 

2018 – 2020 Berufliche Erfahrung in Architektur und Innenarchitektur

2014 – 2018 Studium der Innenarchitektur an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur (TH OWL), Abschluss Bachelor  

2017 Auslandssemester an der IUAV Venedig

 

Preise, Stipendien (Auswahl)

2025 Gustav-Weidanz-Preis 2025, Halle (Saale)

2025 27. Bundespreis für Kunststudierende, Bonn

2025 Arbeitsstipendium der Kulturstiftung Schleswig-Holstein

2024 Arthur-Petersen-Preis 2024, Kiel

2023     1. Platz (+ Realisierungsempfehlung), Kunst am Bau Besucherzentrum, Neubau ministerielle Nutzung, Postblockareal Nord Berlin 

2022     2. Platz, Kunst am Bau Vorplatz Verwaltungsbau, Muthesius Kunsthochschule, Kiel 

2018 bdia ausgezeichnet Bachelor, Detmold

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2025-26 „27. Bundespreis für Kunststudierende“, Bundeskunsthalle, Bonn

2024-25 „Arthur-Petersen-Preis 2024“, sp ce, Kiel 

2024 „zzzZZZZZZzzZZZzZz“, Alte Mu Kreativzentrum, Kiel

2024 „All you have is not just Flesh and Bones.“, Exhibit Studio, Wien

2023    „(tremulations)“, Foyer Kurzbauergasse, Akademie der Bildenden Künste, Wien

2023     „Irrlichter“, Flämische Straße, Offspace der Muthesius Kunsthochschule, Kiel

2023     „fffff“, Galerie Evelyn Drewes, Hamburg