Clara Lena Langenbach

Meine Auseinandersetzung mit der Normierung des menschlichen Körpers stammt aus meiner eigenen Erfahrung mit einer Skoliosediagnose. Durch die damit verbundenen Mess- und Optimierungsverfahren, Orthesen und Physiotherapien entstand eine intensive Beschäftigung mit dem menschlichen Körper. Statt der schönen oder klassischen Darstellung der menschlichen Form, interessieren mich vielmehr die Ränder der Akzeptanz und Darstellbarkeit. 

Inhaltlich bilden Anekdoten zur Interpretationen oder Klassifizierungen des menschlichen Körpers aus Bereichen wie Medizin, Mode oder Kultur den Ausgangspunkt für meine Skulpturen und Installationen. Auch die von mir verwendeten Materialien, wie Gips, Wachs oder medizinische Hilfsmittel sowie Abgusstechniken sind oft der Medizin entlehnt.Geprägt von meiner persönlichen Erfahrung verbinde ich so physiotherapeutische und bildhauerische Techniken, um die klassischen Bilder von Körperlichkeit zu hinterfragen. Dabei behandele ich den Körper als formbares Objekt, das durch äußeren Druck – sei es physisch oder gesellschaftlich – beeinflusst, verändert oder eingeschränkt wird. 

Meine Skulpturen zeigen abstrahierte Körperfragmente, die den menschlichen Körper zwar andeuten, ihn aber nicht eindeutig definieren. Die Wechselwirkung von Körper und Material spielt dabei eine zentrale Rolle, wobei die Grenze zwischen dem lebendigen, organischen Körper und kalten, funktionalen Materialien fließend ist.

Clara Langenbach studierte Modedesign, Bildhauerei und Germanistik und schloss 2018 mit einem Master of Fine Arts an der HFBK Hamburg ab. Ihre Arbeiten wurden in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Unter anderem: artothek, Köln (2026), Simian, Kopenhagen (2025), KulturHaus, Wien (2025), Kunstverein Gastgarten, Hamburg (2024). Sie erhielt Stipendien wie Parents in the Arts der BKM (2026), das Arbeitsstipendium Künstler*innenhaus Lauenburg (2024), das Hamburger Zukunftsstipendium (2021) und das Klaus-Kröger-Atelierstipendium (2019).