Laura Mahnke

Ich bin eine Frau ohne akademischen Familienhintergrund und habe mit Ende zwanzig, als Mutter eines Kindes, begonnen, Bildende Kunst zu studieren. Lange bevor ich wusste, dass ich Künstlerin werden würde, war ich in antifaschistischen Bewegungen und in der Bildungspolitik aktiv. Alles, was mein Leben vor meinem Eintritt in die Kunstwelt ausgemacht hat, prägt und bereichert meine künstlerische Praxis: Mutterschaft, zielloses Reisen, Feminismus, Punk, Kollaboration, und Low-Budget-Dekadenz

Meine Arbeit konzentriert sich auf den menschlichen Körper und das Fleisch, Erinnerungen, (innere) Landschaften und die Gegenwart mit ihren Unterströmungen. Ich bin fasziniert und tief bewegt von unbewussten und psychologischen Zuständen wie Wut, Sehnsucht, Bitterkeit, Melancholie und Scham. Ich erforsche diese Themen durch Haptische Forschung – indem ich tatsächliche Materie berühre und fühle, insbesondere Ton, Porzellan, Kohle, Graphit und Metalloxide. Das Lebenselixier meiner Arbeit ist eine radikal linke und dennoch romantische Weltanschauung, die meine künstlerischen Reisen zwischen antipatriarchalen Sehnsüchten und Beobachtungen der Dystopien, in denen wir leben, durchdringt. Die Suche nach Sprache und Ausdrucksformen für mein Erleben treibt mich an. Ich kommuniziere dies durch Poesie, die ich Raw Writing nenne, und die aus Écriture Automatique oder autotheoretischen Essays besteht. Durch das impulsive Arbeiten mit Ton versetze ich mich in die Lage, in tiefgreifendere, unergründliche, von Begierden angetriebene Bereiche einzutauchen. Beide Pole sind durch eine intuitive Arbeitsweise miteinander verbunden: das Arbeiten aus dem Herzen heraus. Ich veorte meine Arbeiten in der Poetischen Abstraktion.

Laura Mahnke ist Masterstudentin in Bildhauerei und Zeitbezogenen Medien bei Kader Attia an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg (2022: École des Beaux Arts et de Design Marseille-Mediterranée). Sie erkundet Emotionen und Sehnsüchte, Erinnerungen und die Gegenwart durch Skulptur, Installation, Text und Performance.

Ihre individuellen und kollaborativen Arbeiten wurden unter anderem im Vorfluter, Berlin, Modos Dever, Leipzig, Dos Mares, Marseille, und an verschiedenen Orten in Hamburg wie dem Kunsthaus, dem Kunstverein Harburger Bahnhof, der Frappant Galerie, der Barlachhalle K, dem MOM art space und dem Museum für Kunst und Gewerbe gezeigt.

Laura Mahnke ist Gründungsmitglied des feministischen Kuratorinnenkollektivs Cake&Cash, das 2023 mit dem Kunststipendium der Zeit-Stiftung ausgezeichnet wurde. Sie hat an zahlreichen Publikationen und Podcasts, sowie an Symposien u. a. des Künstlerhauses Lauenburg, des Kunstvereins Harburger Bahnhof und des Kunstvereins in Hamburg mitgewirkt.