Falling Seas

In meiner Arbeit untersuche ich Infrastrukturen, die Leben ermöglichen. Daraus ergeben sich unmittelbar Fragen: Wessen Leben ist gemeint? Geht es um menschliches Leben oder auch um andere Lebensformen? Wer und was wird in unsere Weltanschauung einbezogen – und wer bleibt außen vor?
Vor diesem Hintergrund verstehe ich meine Arbeiten als Teile von oder als Zugänge zu Landschaften, räumlichen Ordnungen und ökologischen Wechselbeziehungen.
Meine Praxis ist stark prozess- und rechercheorientiert. Die daraus entstehenden Werke sind oft weniger als abgeschlossene Objekte zu verstehen, sondern vielmehr als Nebenprodukte oder Verdichtungen dieser Prozesse.
Ein zentrales Projekt ist BYCATCH, eine Zusammenarbeit mit Daniel Hölzl. Die temporäre, monumentale Installation wurde inzwischen über 20 Mal gezeigt, zuletzt bei der Kunst- und Architekturbiennale in Madrid. Eine kleinere Version wird auch in der Ausstellung bei der Galerie Kaufmann zu sehen sein.
In den letzten Jahren arbeite ich zunehmend mit Wissenschaftler*innen zusammen. Gemeinsam entwickeln wir Projekte im Bereich der sensorischen Ökologie, in denen Küsteninfrastrukturen in künstliche Riffe transformiert werden. Diese sollen sowohl zur Reduktion von Lärmverschmutzung in Gewässern beitragen als auch neue Lebensräume schaffen.
Diese Ansätze führe ich in meiner kommenden Einzelausstellung in der Galerie Kaufmann unter dem Titel Falling Seas zusammen. Die Ausstellung geht der Frage nach, was passiert, wenn sich bestehende Klimanarrative verschieben und neue Formen von Wahrnehmung, Verantwortung und Beziehung entstehen.

